Sprechstunde IT-Sicherheit Fokus Gesundheitswesen
Cloud & Care: MedTech zwischen Technik und Vertrauen
Vernetzte Medizintechnik - wie lassen sich neuer Nutzen in der Versorgung mit Betriebseffizienz, Cyber Security und Benutzerfreundlichkeit im Klinikalltag vereinen? Und welche Rolle spielen Edge- und Cloud-Technologien? – darüber diskutieren Manuel Vogt, Product Manager Service Connectivity bei Dräger, und Torsten Redlich in der „Sprechstunde IT-Sicherheit. Fokus Gesundheitswesen.“
Dabei stellen sie fest, dass sichere Vernetzung weit mehr ist als nur Technologie: Sie bildet das Fundament für Vertrauen, neue datengetriebene Services sowie ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem. Zudem bedient die sichere Vernetzung die zunehmenden regulatorischen Anforderungen und geopolitischen Spannungsfelder – von MDR und NIS2 bis hin zur Frage nach technologischer Souveränität in Europa.
Am Ende geht es nicht um Technik um der Technik willen, sondern darum, den Alltag einfacher, sicher und besser zu machen. Oder wie Manuel Vogt es formuliert: „Technologie darf kein Selbstzweck sein – sie muss den Alltag einfacher machen.“
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Transkript
[00:00:34] Torsten Redlich: Ich bin Torsten Redlich. Herzlich willkommen zur Sprechstunde IT-Sicherheit, Fokus Gesundheitswesen. Als Cyber Security und Data Privacy Spezialisten leisten wir mit sicheren IT-Infrastrukturen unseren Anteil für ein sicheres, digitales Gesundheitswesen. Ob im Umfeld der Gematik rund um die Telematik-Infrastruktur und die TI-Fachdienste oder auch in der passenden Vernetzung von Medizintechnik und der Verarbeitung von medizinischen Daten. Herzlich willkommen zu unserer neuen Podcast-Folge. Heute sprechen wir über einen Markt oder auch einen Bedarf, der rasant wächst. Der globale Connected Medical Device Markt wird Prognosen zufolge bis 2029 von rund 65 Auf über 100 Milliarden US-Dollar anwachsen. Vernetzung, Edge und Cloud-Managed Services sind längst nicht nur mehr Buzzwords, sie entwickeln sich zu strategischen Zukunftsthemen in der Medizintechnik. Doch was treibt dieses Wachstum an? Wir blicken außerdem auf die Herausforderungen mit denen internationale Hersteller konfrontiert sind, unterschiedliche regulatorische Anforderungen, fragmentierte Märkte und die Frage, wie man global skalierbare Lösungen anbieten kann. Was geht also heute schon und an welchen Standards und Innovationen wird gerade gearbeitet? Darüber sprechen wir jetzt mit unserem heutigen Gast Manuel Vogt. Manuel ist bei einem der erfolgreichsten deutschen Medizintechnikfirmen tätig der Firma Dräger. Ich freue mich heute hier auch in Lübeck zu sein bei dir und diesen Podcast zusammen mit dir aufzunehmen. Sicher ist DREGA schon sehr vielen Zuhörern unterwegs Bekannt aus der Corona-Zeit wenngleich Dräger auch eine breite Expertise und zahlreiche Sicherheitsprodukte für Krankenhäuser, Feuerwehr, Verteidigung und Sicherheit hat und auch in der Industrie selbst unterwegs ist. Ein Thema, was bei all den Dräger-Produkten und Services immer bedeutend ist, Die sichere Vernetzung der Geräte im Alltag. Und genau hier ist Manuel unterwegs. Als Produktmanager Service Connectivity widmet er sich den vielfältigen Anforderungen der verschiedenen Dräger-Produktbereiche, was in einem internationalen agierenden Konzern sehr spannend, aber sicher auch sehr herausfordernd ist. Ich freue mich, dass du dir die Zeit für unsere Sprechstunde nimmst. Darf ich dich bitten, dich kurz vorzustellen?
[00:02:46] Manuel Vogt: Ja, moin und herzlich willkommen hier in Lübeck. Mein Name ist Manuel Vogt ich bin 34 Jahre alt und jetzt seit circa drei Jahren in meiner Rolle hier bei Dräger. Zusammen mit einem kleinen Team beschäftigen wir uns erst mit Vernetzung von unseren Produkten und… mit dem Ziel in erster Linie das für den Kunden ... ... einfach wie möglich zu machen. So mein Spezialding ist, ich bin super gerne im Feld. Ich habe allerdings eine riesen Schwäche, das sind tatsächlich Blut und Spritzen, was manchmal ein bisschen kontraproduktiv ist bei dem Berufsumfeld oder bei unserer Umgebung in der wir unterwegs sind. Aber nichtsdestotrotz versuche ich jederzeit wieder ans Feld zu gehen und möglichst nah an den Endanwender zu kommen und zu verstehen, wo tatsächlich so das Problem am Ende ist.
[00:03:25] Torsten Redlich: Super spannend. Wir steigen mal direkt mit so ein paar Themen ein. Bedeutung der Vernetzung selbst in der Medizintechnik Du hast es schon gesagt, du bist sehr nah dran, ihr seid in sehr unterschiedlichen Bereichen unterwegs. Prognosen sehen ja einen starken Marktwachstum, also den eigentlichen Vernetzungsbedarf. Was sind denn die Haupttreiber für dich, so eine immer vernetzte Medizintechnik zu haben? Ja, nicht nur wahrscheinlich auch lokal da ist ja schon auch immer mal was vernetzt und hängt zusammen, sondern immer mehr mit dem Trend, auch Cloud Managed Services anzubieten.
[00:03:55] Manuel Vogt: Die gute Nachricht erstmal ist, die Treiber sind tatsächlich sehr vielseitig Es gibt nicht nur diesen einen Treiber. Seit Corona ist, glaube ich, Vernetzung in aller Munde. Ziel ist aus Herstellersicht, wir wollen so wenig wie möglich den Techniker in das sensible Patientenumfeld bringen, um allein das Hygienemaßnahmen, aber natürlich auch um die Heilung des Patienten nicht zu gefährden. Gleichzeitig ist es auch umgekehrt so, der Patient möchte nicht so häufig gestört werden, das heißt auch die Kliniken haben ein sehr starkes Interesse daran, dass ihr Personal nicht so häufig zum Patienten muss und da hilft halt Vernetzung, um Informationen an die richtige Stelle zu bringen. Ein weiteres großer Treiber ist tatsächlich der Fachkräftemangel, man spricht häufig in der Politik über die sogenannte Boomer-Generation, die jetzt gerade vor der Rente steht, das Eine große Gruppe an Menschen, die pensioniert werden, wo nicht so viele Menschen nachkommen, die diese Lücken füllen können und hier brauchen wir neue Technologien, um effizienter zu werden, um diesen Mangel irgendwie zu kompensieren. Ein dritter Faktor ist zum Beispiel auch die Ukraine-Krise. Seit der Ukraine-Krise ist das Thema Cybersicherheit gefühlt täglich in den Medien. Das beschäftigt uns natürlich auch sehr stark, weil das ja auch unsere Kunden sensibilisiert. Krankenhäuser werden häufiger angegriffen und wir müssen uns auch viel, viel mehr damit beschäftigen, wo Vernetzung halt auch vor allem helfen kann. Fehler zu detektieren oder gerade Angriffe auch zu detektieren. Und ein letzter Punkt, der vielleicht auch gar nicht so zu unterschätzen ist, gerade bei uns in der EU, ist diese politischen Aktivitäten, die gerade auch seitens der EU auch kommen. Jetzt erst vor ein paar Wochen ist der EU-Data Act in Kraft getreten und das hilft enorm, das Vertrauen der Menschen in diese Technologie zu stärken. Das sind zwar kleine unscheinbare Aktionen aber die würde ich persönlich nie unterschätzen. Eine
[00:05:35] Torsten Redlich: ganze Menge. Treiber, auch unterschiedliche Einflüsse. Jetzt haben wir ja schon Medizintechnik die heute vernetzt ist, lokal mal mehr, mal weniger. Wie verändert sich dann aus deiner Sicht die Rolle dieser Medizingeräte oder der Medizingeräte von morgen, der vernetzten Medizintechnik von isolierten Geräten, die vielleicht im Revisionszustand vernetzt sind oder auch lokal gut überwachbar sind, hin zu einer dauerhaft vernetzten Infrastruktur
[00:05:59] Manuel Vogt: Das gute Stichwort ist isoliert. Bisher waren Medizingeräte tatsächlich sehr isoliert. Das ist auch häufig bei unseren Kunden sind es zwei unterschiedliche Bereiche die sich um IT und um Medizintechnik kümmern. Das ändert sich, das wächst zusammen. Ein Medizingerät muss zukünftig auch IT-Anforderungen erfüllen und umgekehrt genauso muss eine IT-Infrastruktur, eine IT-Abteilung sieht sich auch plötzlich mit einem neuen Produktportfolio quasi gegenübergestellt und muss auch schauen, wie sie diese Art von Produkt bei sich in ihr Netz integrieren. Und das wird definitiv eine riesen Herausforderung, dass bisher der Markt noch nicht so richtig darauf vorbereitet. Das kommt aber.
[00:06:38] Torsten Redlich: Genau, neue Herausforderungen dann auch für wahrscheinlich veränderte Architekturen beim Betreiber, aber auch für euch. Ihr habt ja am Ende auch neue Services, die entstehen. Ihr habt Teams, die vielleicht auch mehr mit Software dann noch neue Services bereitstellen. Wo liegen dann die größten Chancen für die Patientenversorgung oder in der Patientenversorgung im Effizient, im Betriebsalltag hast du schon gesagt, aber auch vielleicht für euch neue Chancen Neue Services, also nicht mal Geschäftsmodelle, so redet man auch immer drüber aber letztlich ist es ja wieder ein neues Angebot die medizinische Versorgung noch besser zu machen, wenn dann Medizintechnik mal sozusagen always connected ist, also wirklich immer erreichbar und ihr überhaupt von der Ferne was machen könnt damit. Prinzipiell
[00:07:19] Manuel Vogt: kann man die Vorteile in beiden Bereichen sehen. Die Klinik hat einen Vorteil, genauso wie wir Hersteller. Generell aus der Sicht kann man sagen, die Treiber die sind heute meistens aus einem Mangel heraus, um irgendwas zu kompensieren. Aber diese Technologie die ermöglicht nicht nur irgendwelche Sachen zu kompensieren, sondern auch, sehr eröffnet, neue Möglichkeiten. Für uns als Hersteller ist definitiv die Effizienzsteigerung ein riesen Mehrwert. Wir können viel mehr anbieten. Wir können auch einer kleineren Klinik oder einer Klinik die viel weiter im Land ist, sei es zum Beispiel in Australien, Wir können viel besser mit viel besseren Services, die viel maßgeschneidert auf sie zugeschnitten sind, helfen und diesen Alltag unterstützen und gleichzeitig auf der anderen Seite besorgt Vernetzung extrem gut dafür, Workflows bei Kliniken zu verbessern. Die Informationen kommen dahin wo sie hin müssen. Eine Pflegekraft, die so oder so schon unterbesetzt ist, hat hoffentlich in der Zukunft nicht mehr ganz so viel mit klassischen Bürokratietätigkeiten zu tun und kann sich viel mehr auf den Patienten fokussieren. Dafür hilft Vernetzung am Ende vom Tag.
[00:08:18] Torsten Redlich: Jetzt fragen sich wahrscheinlich so ein paar Zuhörer, gibt Treiber, gibt schon erste Effekte gibt ja auch Vorteile wie du sagst. Hast du ein paar Beispiele für uns aus der Praxis wo ihr heute schon erste Effekte, alles muss sich erstmal verändern und auch Betreiber und eure Kunden müssen sich darauf einlassen Welche Projekte seht ihr schon? Welche ersten Erfolge und Effekte habt ihr schon notiert?
[00:08:41] Manuel Vogt: Klinisch, Wer auf der DEMEA war dieses Jahr in Berlin 2025, hat definitiv bei Dräger ganz großes Thema Silent ICU gesehen. Da geht es in erster Linie darum, dass Alarme die heute an einem Medizingerät direkt neben dem Patienten Aufploppen und laut sind und klingeln, dass die gezielt rausgeleitet werden zur Pflegekraft, die damit was anfangen kann, dass der Patient so lange wie es geht in Ruhe ist, dass das Umfeld von dem Patienten einfach so still ist, wie es geht, um die Heilung bestmöglich zu unterstützen. Das ist so ein großes Thema, wenn man gerade bei Dräger an Messeständen guckt, sieht man das auf jeden Fall oder auf der Homepage kann man sich dazu auch mehr informieren, heißt meistens Stichwort Silent ICU, machen unter anderem auch andere Hersteller um fair zu sein. Bei uns selbst, der Betriebsablauf ist ein Riesenthema. Ich komme aus der Service-Ecke bei Dräger. Das heißt, wir fokussieren sehr stark auch auf Service-Use Cases Service-Prozesse und hier ist ganz klar Thema vernetzte Wartung, Remote Service aus der Ferne helfen können, schneller das Gerät wieder in Betriebsbereit zu bekommen in Fehlerfällen. Das ist unser Hauptziel aktuell.
[00:09:45] Torsten Redlich: Kann man glaube ich, auch gut mit sowohl Diskussionen, die wir in den letzten Podcasts auch hatten, es kommt immer mehr Aufwand auch auf die Betreiber oder auf Krankenhäuser zu, aber auch das Stichwort Kosten insgesamt, deutsches Gesundheitswesen wird ja auch eher tendenziell teurer. Da ist es natürlich sehr spannend zu hören, es kann auch durch solche Automatismen hier und da mindestens mal in den Kosten entlastet werden. Überleitung vielleicht zu Kostensystemen Der Bedarf und die Einordnung zu ... ... Stand der Vernetzung heute, so. Wenn das alles schon so alles vernetzt wäre, dann wäre es ja recht einfach, aber wo steht, wo siehst du die Branche, ... wo seid ihr unterwegs, ... also wie ist der Stand der Vernetzung und wo arbeitet ihr gerade dran, dass das auch intensiver wird?
[00:10:28] Manuel Vogt: Also ich glaube jeder, der schon mal in einem Krankenhaus war, weiß, man ist eigentlich ganz am Anfang. Es ist nicht vergleichbar mit irgendwelchen Hightech-Branchen, Social Media, das ist überhaupt nicht vergleichbar. Die Medizintechnik steckt eigentlich noch relativ früh in den Kinderschuhen bei dem Thema Vernetzung. Für mich ist Edge-Vernetzung eine Chance, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich einmal die verbesserte Service-Ability aus Herstellersicht und gleichzeitig dem Kunden eine Möglichkeit zu bieten, seinen Arbeitsalltag einfach leichter zu ermöglichen Die Riesenchance, die wir jetzt haben, die müssen wir jetzt irgendwie nutzen.
[00:11:03] Torsten Redlich: Wir haben schon hier und da mal gesprochen, auch auf der Messe Wir haben uns ja schon vorher kennengelernt. Du hast ja mal erzählt natürlich, dass du dir unterschiedliche Länder und Kolleginnen und Kollegen des Drägerkonzerns in Gespräche verwickelst und fragst, wo geht was? Wie ist denn da deine Einschätzung Wir reden ja hier nicht nur über Deutschland. Dräger ist ja weltweit tätig Das heißt, in welchen Ländern... Seid ihr oder ist man wie unterwegs? Gibt es auch Unterschiede Ist der eine schon weiter vorne, der andere weiter hinten? Gibt es bei dem anderen mehr Schwierigkeiten? Wie ist da denn eine Einschätzung?
[00:11:33] Manuel Vogt: Das Schöne an meinem Job ist, dass ich tatsächlich global aktiv bin in meiner Rolle und Man kann durchaus sagen, es gibt Unterschiede zwischen Regionen, alle haben eigentlich das gleiche Bestreben, alle wollen Vernetzung, alle wollen Effizienzsteigerung, alle wollen einen Patienten besser versorgen. Treiber sind ähnlich, nur die Ursachen sind unterschiedlich stark ausgeprägt. In Deutschland würde ich sagen, ist ganz klar aktuell der Fachkräftemangel das Hauptthema. Wer die Medien liest der weiß, Pflegekräfte schon vor Corona war es ein Problem. Das heißt, das ist heute noch ein Problem, es wird immer schlimmer und wird auch zukünftig erstmal nicht besser. Dann gibt es andere Länder, ich hatte vorher schon Australien genannt, Flächenländer haben ganz andere Probleme. Da ist vor allem herstellerseitig das Hauptthema wie schaffe ich es, das richtige Fachpersonal rechtzeitig zum Kunden zu bringen. Dass der Kunde nicht zwei Geräte von mir kaufen muss, sondern eins und wir das im Worst-Case quasi schnell reparieren oder schnell instandsetzen können. Das sind vor allem so Flächenländer ein Riesenthema. Dann gibt es Bereiche, gerade in so einem Entwicklungsbereich, da ist häufig einfach keine Infrastruktur. Das heißt, die Vernetzung sorgt dafür, eine Infrastruktur möglichst leicht etablieren zu können. Eine Straße ist viel schwerer gebaut, als ein Gerät zu vernetzen. Das ist gerade in Südamerika oder in Afrika und Asien ist das ein großes Thema. Generell muss man aber sagen, man merkt schon so die Trends ähnlich wie sie natürlich auch in anderen digitalen Bereichen sind. In Asien ist man sehr aufgeschlossen neuen Technologien gegenüber. Europa meistens eher ein bisschen skeptischer, trifft auch nicht auf alle zu, fairerweise, ist ein bisschen pauschalisiert. Genau, man merkt einfach so ein bisschen, der kulturelle Aspekt spielt schon eine Rolle.
[00:13:13] Torsten Redlich: Wie ordnest du die Bedeutung jetzt von vernetzten Systemen gerade und mit Hinblick auf dann stärkere Cloud-Nutzung Ein. Hybride Infrastruktur kann ja dann genutzt werden, Applikationen vor Ort, aber vor allen Dingen dann auch zentralisiert was ja wieder vielleicht auch einfacher zu servicieren ist. Zentraler Software-Updates all die positiven Dinge, die man auch mit Cloud-Infrastrukturen und möglichen zentralen Services in Verbindung bringt.
[00:13:39] Manuel Vogt: Genau, die Meinungen sind, würde ich behaupten durchweg unterschiedlich. Es gibt von bis. Ich selbst muss klarstellen, ich bin Team Cloud, ich komme aus dem Bereich Cloud-Technologie, das heißt, ich bin natürlich auch starker Verfechter davon. Ich bin auch der Meinung, man sollte eigentlich alles, was man kann, in der Cloud machen. Das hat vor allem riesige Betriebsvorteile, was natürlich die Robustheit eines Systems einfach deutlich besser macht. Natürlich hat es auch Nachteile. Es gibt aber auch durchaus Anwendungen Die können einfach nicht in die Cloud gehen. Ich war vor ein paar Monaten auf der Krankenhaus-IT-Leiter-Tagung, vom Deutschen Krankenhaus-IT-Leiter-Verband. Da kam dann auch so ein bisschen die Diskussion auf, was bedeutet denn IT im Klinikalltag? Und ein Kollege hat es sehr schön formuliert Es bedeutet, die Anforderung muss immer laufen. Ein Anwender interessiert sich nicht für irgendwie Service oder Availability oder SLRs oder irgendwelche Verträge, die es gibt. Das Ding muss laufen und es gibt durchaus auch Anwendungsfälle, wo Da die Cloud tatsächlich aktuell keine Lösung ist. Vielleicht in Zukunft, aktuell aber definitiv nicht. Anwendungen, die sowohl als auch können, ... halte ich gerade persönlich eher immer so ein bisschen ... ... als Zwischenlösung. Meistens sind es die Anwendungen, die gerade migrieren, wo man historisch irgendwie on-prem, also vor Ort liefen ... ... und zukünftig eher in die Cloud wandern sollen. Das kann durchaus ein valider Punkt sein, ... dass man erstmal sagt, man lässt sie on the edge laufen ... ... und schaut, wie die Akzeptanz sich einfach so entwickelt.
[00:15:09] Torsten Redlich: Genau, Cloud kann ein sehr, sehr wichtiges Instrument in der Zukunft werden. Wie schätzt du jetzt, weil du eingangs gesagt hast, Ukraine-Krise, geopolitische Lage, die EU, wie schätzt du das Thema dann Cloud-Infrastrukturen ein? Ihr seid jetzt auch wieder international unterwegs, also wenn du das dazu sagen kannst, souveräne Cloud-Diskussionen in Europa, trotzdem Nutzung natürlich von Cloud-Anbietern die international auch euch entsprechende Infrastrukturen zur Verfügung stellen können. Wie ist da euer Blick drauf?
[00:15:36] Manuel Vogt: Also persönlich glaube ich erstmal, Cloud ist nicht per se unsicherer. Man muss genauso viel tun wie für andere Produkte, um die Sicherheit zu gewährleisten Das ist auch ein Muss, da diskutiert man meiner Ansicht nach nicht drüber. Hinsichtlich Anbietern ist durchaus ein valider Punkt, das beschäftigt uns natürlich auch. Heute ist der Cloud-Markt gerade in europäischer Sicht sehr stark aus Amerika geprägt. Es gibt jetzt natürlich erste Anbieter die Zum Beispiel die Telekom, die anfangen auch ihre eigenen Cloud-Systeme aufzubauen. Nichtsdestotrotz muss man sagen, aktuell überwiegt noch so ein bisschen bei mir persönlich, ich möchte eine Lösung haben für möglichst globalen Ansatz. Das heißt, die Herausforderung die gerade auch die neuen Cloud-Anbieter haben, ist, sie müssen erstmal groß genug werden, dass sie interessant werden für Großkonzerne, dass man möglichst einfach damit arbeiten kann.
[00:16:27] Torsten Redlich: Welche Bedingungen in so einer Einführung jetzt vernetzter Lösungen wie du sagtest vielleicht mal On-Premise-Applikationen, Migrationspfade, aber auch der Einsatz immer mehr von Cloud-Infrastrukturen Letztlich kriegt der Betreiber ja auch nicht so viel mit. Der kriegt ja am Ende fertige Lösungen von euch. Welche Cloud-Infrastruktur dahinter steckt? ... bedient ihr euch vielleicht über Compliance-Anforderungen. Muss sicher sein, regulatorisch korrekt und, und, und. Das heißt, ihr müsst das dann selber gut auswählen, aber ... ... insgesamt, um die Einführung solcher Lösungen voranzutreiben, welche Bedingungen siehst du gerade, auch die Diskussion Betreiber, Hersteller, ... ... ist ja auch immer so eine Philosophie und Überzeugungsfrage.
[00:17:02] Manuel Vogt: Wie gesagt, ich komme ja aus der Cloud, das heißt, meine erste Fehlannahme die ich damals getroffen habe, war, ... Ich hatte mir die IT-Landschaft in Krankenhäusern viel zu homogen vorgestellt. So ähnlich, wie man das aus den Cloud-Umgebungen kennt, es ist quasi ein System, ist immer das Gleiche das ist super betreibbar. Die IT-Landschaft ist super heterogen in Krankenhäusern. Da gibt es große Kliniken die sind super aufgestellt. Es gibt alte Kliniken oder kleinere Kliniken, die haben noch nicht mal mehr ein richtiges IT-Personal Da macht es meistens jemand, der reingewachsen ist, also ähnlich wie bei kleinen Betrieben Das heißt, eine der Hauptherausforderungen für uns in der Zukunft wird sein, möglichst flexibel zu sein. Die IT-Landschaft ist heterogen, die Lösung, die wir anbieten muss da reinpassen und sie muss vor allem auch so sein, dass man das möglichst einfach sozusagen betreiben kann. Das Skill-Level sollte so niedrig sein wie möglich. Bei gleichbleibender Sicherheit am Ende vom Tag.
[00:17:54] Torsten Redlich: Spannender Balanceakt, würde ich fast behaupten, wenn ich auf meine nächste Frage gucke, heterogene Infrastruktur. Und dann kommen noch so moderne neue Themen dazu, wie 5G-Infrastruktur, Campus-Netze vielleicht, aber so neueste Technologie. Dann das ganze Thema IOMT, also Internet of Things kennen wir ja, Internet of Medical Things, Sensoren und, und und noch einbinden. Und vielleicht auch noch Anwendungen, wo man sagt, Mensch, man braucht die Daten so in Real-Time, sonst kann ich nicht reagieren Jetzt stößt das sozusagen auch noch vielleicht auf euch, ja? Edge-Connectivity unterschiedlicher Natur. Beschäftigt ihr euch schon mit solchen Themen? Trifft euch das schon im Alltag als Anforderung?
[00:18:30] Manuel Vogt: Also angefragt wird es regelmäßig. Wir beschäftigen uns auch natürlich immer mit auch den neueren Themen. Ich würde aktuell noch so ein bisschen sagen, Dass die meisten Kunden tatsächlich eher noch die Philosophie fahren, die meisten Krankenhäuser fahren die Philosophie, ein Medizingerät sollte strikt vom Internet abgekoppelt sein. Damit fällt natürlich auch Internet of Things direkt weg. Das sind heute noch die meisten. Ich würde aber sagen, der Trend, der sich damit beschäftigt auch 5G und ein Medizingerät direkt zu vernetzen mit dem Internet zu vernetzen Der steigt. Der steigt sehr deutlich. Heute sind es noch vereinzelte Kunden, aber gerade ich glaube, später mit neuen Technologien wie 6G, irgendwann fällt der Würfel und dann überwiegen die Vorteile gegenüber der Umstellung, die man sich selbst eingestehen muss.
[00:19:18] Torsten Redlich: In den Diskussionen, die ihr mit Betreibern habt, gibt es ja immer dieses Für und Wider. Man macht sich schon auf den Weg oder man ist erst mal noch strikt dagegen. Welche Skepsis bekommst du im Alltag und vielleicht auch auf der Gegenseite Welche Pro-Vorteile werden schon genannt wo sich auch schon Betreiber auf den Weg machen mit euch?
[00:19:35] Manuel Vogt: Die Hauptskepsis ist eigentlich meistens die Sicherheit. Es ist auch eigentlich ein sehr valider Punkt, weil viele Kunden-IT-Strukturen oder Krankenhaus-IT-Strukturen basieren tatsächlich noch auf dem Sicherheitskonzept, dass diese Geräte nicht vernetzt sind, nicht direkt ins Internet vernetzt sind. Man muss aber auch fair sagen, häufig mischt sich mit Akzeptanz auch eher so die technische Machbarkeit. Wer mal in einem OP-Trakt war, da im Krankenhaus war, der weiß, dass Krankenhäuser jetzt nicht Gebäude von den letzten drei, vier Jahren sind. Da sind häufig auch Probleme mit fehlenden Netzwerkdosen, fehlender Empfang. Also es gibt vielseitige Probleme, was natürlich immer wieder auf die Akzeptanz, weil am Ende der Anwender der möchte ein funktionierendes System machen muss immer laufen, muss man immer hinter Kopf behalten. Es gibt aber auch viele, die sich immer mehr damit beschäftigen das einzusetzen tatsächlich, gerade sind es vor allem auch Richtung Unikliniken, die in die Zukunft gehen wollen, die auch uns eine Möglichkeit bieten wollen, die Technologie der Zukunft mitzugestalten und die auch aktiven Partner als Kunden einfach da haben wollen, als User sozusagen einem Hersteller wie uns Feedback zu geben. Was gut ist und was noch nicht so gut läuft und das auch mal wieder ganz schön.
[00:20:45] Torsten Redlich: Super Überleitung auch, genau dieses Universitätskliniken haben natürlich auch mal so einen besonderen Forscherdrang würde ich behaupten neben dem normalen Versorgungsauftrag. Jetzt heißt es ja in Deutschland, die Digitalisierung Ist hier und da ein bisschen hinterher? Jetzt, du siehst ja auch, weil du weltweit mit Kolleginnen und Kollegen sprichst mit Betreibern wie es vielleicht dann auch im Vergleich ist. Wie schätzt das ein? Was macht ihr in Deutschland? Vielleicht auch hier an Innovationsprojekten mit Universitätskliniken und wie weit sind wir dann eigentlich? im Vergleich dann grob zu anderen Ländern?
[00:21:18] Manuel Vogt: Also wenn ich so mein tägliches Geschäft, meine täglichen Gespräche mit meinen Kollegen so ein bisschen vergleiche und auch Kunden, kann ich nicht bestätigen, dass Deutschland ins Hintertreffen geraten ist. Wir sind definitiv nicht an der Spitze aber wir sind auch definitiv nicht das Schlusslicht, ... muss man fairerweise sagen. Andererseits kann man auch mal so ein bisschen ... ... einfach so vergleichsmäßig ein bisschen schauen, ... ... wenn man sich heute mal auf die Homepage geht ... ... vom Bundesgesundheitsministerium ... Da würde man relativ schnell feststellen man hat ja vor ein paar Jahren relativ viele Mittel in die Hand genommen, vier Milliarden circa laut Homepage. Bitte nagel mich nicht genau auf die Zahl fest, aber im Krankenhauszukunftsgesetz ging es darum, Krankenhäuser auch zu modernisieren. Wenn man das jetzt mal so ein bisschen vergleicht mit anderen Behörden Nehmen wir mal die Verteidigung, hatten wir auch. Da wird ja gerne mal das Bruttoinlandsprodukt als Vergleich genommen. Da wären das halt gerade mal 0,01 Prozent. Also super, super klein im Verhältnis zu anderen Bereichen, wo das tatsächlich, wo viel mehr investiert wird. Generell sehe ich aber in Deutschland, also wenn ich mir gerade auch mein Umfeld, mein Persönliches anschaue, Das Hauptproblem bei der Digitalisierung sehe ich gar nicht mal die Technik, sondern das ist meistens die Vorstellung davon. Häufig wird versucht, einen Prozess, so wie er heute auf Papier basiert eins zu eins in der digitalen Welt abzubilden. Man könnte schnippisch sagen, dass ein roter Zettel auch digital rot sein muss. Und das, was man damit so ein bisschen verspielt, ist die Möglichkeit, das zu vereinfachen den Prozess neu zu denken, die neue Technologie richtig zu nutzen Um wirklich eine wirkliche Verbesserung herzukriegen. Wenn man einfach nur den einen Prozess in ein neues Tool kippt dann gewinnt man meiner Ansicht nach nicht viel. Nur die Probleme verlagern sich auf einen anderen Bereich sozusagen.
[00:23:02] Torsten Redlich: Interessante Einschätzung auch mit diesem Gesamtvolumen und der Mammutaufgabe ja auch in so heterogenem Umfeld Innovationen zu schaffen, weil du auch gerade sagtest eine bauliche Innovation Dann hat man Konzeptfragen, Finanzierungsfragen, also da stößt einiges auf, was man mitbewegen muss, um am Ende wirklich vernetzte Systeme neue Datendienste zu haben. Jetzt seid ihr da genau überall ja mit dabei, mittendrin statt nur dabei sozusagen. Kannst du uns mitnehmen in die Drägerwelt? Wo sind vielleicht Portfolio-Elemente von euch, wo ihr diese neuen, vernetzten Formen schon aktiv angeht Wie ist so ein Vernetzungsgrad bei Dräger? Weil du ja auch sagtest, es ist auch eine Reise die man mit den Krankenhäusern beispielsweise zusammengeht. Aber wo seid ihr schon gut dabei und wahrscheinlich auch welche Innovativen Ansätze prägt ihr gerade?
[00:23:48] Manuel Vogt: Also über konkrete Zahlen darf ich natürlich nichts berichten. Prinzipiell aber jeder, der mal auf der Dräger Homepage war, sieht, dass eines der großen Ziele von Dräger ist, Geräte Medizingeräte zu vernetzen. Und prinzipiell bieten wir das auch in den meisten Ländern an. Je nach Marktrelease unterscheidet sich manchmal, dass eher dann so ein Medizintechnik-Thema Richtung Zulassung, aber die Vernetzungsambitionen bei Dräger sind einfach riesig und das größte Stichwort, was man wahrscheinlich bei uns auf der Homepage findet, ist das Thema SDC. Ein offenes Protokoll, das zukünftig Interoperabilität fördern soll, das ist eins der Kernziele von Dräger tatsächlich.
[00:24:27] Torsten Redlich: Weil du Zulassung ansprichst von Medizinprodukten, Medizintechnik jetzt auch hier wieder ganz konkret in eurem Umfeld. Du bist ja selber in so einem Bereich, wo ihr euch Vernetzungslösungen anguckt. Wird das von der Medizintechnik gemacht? Kann man das nachrüsten? Was ist Edge Connectivity für euch, für eure Geräte?
[00:24:46] Manuel Vogt: Prinzipiell kann man, sollte man das nachrüsten können. Medizingeräte haben einfach die Eigenschaft, dass sie sehr lange im Feld sind. Man kann sich das nicht so vorstellen, wie man zu Hause alle drei Jahre das neueste Handy kauft und damit ist man wahrscheinlich auch schon einer der Menschen, die das eher selten machen. Medizingeräte sind häufig 20 Jahre aufwärts im Markt und das ist natürlich ein riesen Clash zur modernen IT-Welt. Das heißt eigentlich, man muss eine Art Retrofitting immer mitdenken. Allein schon, wenn ich heute ein neues Medizingerät produzieren wollen würde und das in den Markt bringe, muss ich mir in den Kopf machen, wie ich das in 20 Jahren auch am Netz halte. Das ist einfach heute eine neue Herausforderung vor der wir stehen. Da beschäftigen sich eigentlich so ziemlich alle Bereiche bei Dräger mit, würde ich mal sagen. Das ist einfach ein essentieller Bestandteil heute von einem neuen Medizingerät.
[00:25:35] Torsten Redlich: Ich selbst habe auch auf eurer Webseite ein bisschen geguckt und es gibt jetzt immer mehr Dräger-Services, Dräger-Cloud-basierte Services. Wie bildet sich das gerade im Alltag ab, auch für dich, der die Connectivity im Blick hat, um diese neuen Services zu enablen? Einbinden in klinische Abläufe, ... anbinden vor Ort. Wie ist die Diskussion da und welche Herausforderung habt ihr speziell mit euren neuen eigenen auch cloudbasierten Services, die jetzt vor Ort angebunden und eingesetzt werden wollen?
[00:26:03] Manuel Vogt: Ja also die Hauptschwierigkeit ist tatsächlich, dass bei Kunden Medizintechnik und IT getrennte Welten sind. Das war bei uns auch vor langer Zeit noch so. Bei vielen unserer Kunden ist es halt einfach noch so. Und das hat super schwierig zur Folge, dass man zwei Abteilungen, die nicht Einem selbst oder Teil seiner eigenen Organisation sind, dazu bewegen muss, miteinander zu sprechen, sich rechtzeitig abzustimmen, das ist natürlich super zäh. Das klappt bei manchen Kunden deutlich besser als bei anderen, aber es ist einfach eine Riesenherausforderung auch für den Vertrieb Man hat mehr Stakeholder auf Neudeutsch Das macht das Ganze schwierig, gerade auch im Hinblick, wir sind halt einfach in einer kritischen Infrastruktur, da kommen auch dann Vertragsthemen mit rein, ... die müssen auch mit besprochen werden. Und diese ganzen organisatorischen Prozesse ... ... sind heute ein super zähes Konstrukt. Das, wie man das zukünftig hoffentlich lösen kann, ist, ... ... man muss sein Produkt einfacher gestalten. Es muss einfach einfacher werden, ... ... je weniger Leute am Ende bei einem Kunden benötigt werden, ... ... um eine Inbetriebnahme zu machen, ... Desto besser ist das für alle am Ende vom Tag.
[00:27:10] Torsten Redlich: Im Punkto Einfachheit und auch involvierte Parteien vor Ort, heute hat man ja in IT und getrennt Medizintechnik auch noch Systemintegratoren, IT-Dienstleister, Krankenhäuser, die noch weniger IT-Personal lokal haben, nutzen auch noch IT-Dienstleisterhilfe. Inwiefern sind diese Parteien für euch wichtig Heute schon oder auch in Zukunft oder geht ihr eher diesen Weg auch Medizintechnik muss installiert und angebunden werden, aber der Rest, der geht dann schon remote auch ohne vielerlei Handschläge in der Kette?
[00:27:41] Manuel Vogt: Also prinzipiell glaube ich, dass ein Krankenhaus sollte sich nach wie vor wie auch in der Vergangenheit auf den Patienten fokussieren. Die IT wird wichtiger, ja. Meiner Ansicht nach kann man das auch zukünftig häufig auslagern Ist auch heute schon so, also man hat immer mal wieder mit irgendwelchen IT-Dienstleistern zu tun. Heute ist es tatsächlich so, dass meistens einzelne Bestandteile einer IT-Abteilung ausgelagert sind, zum Beispiel Netzwerk oder Virtualisierung. Es gibt einzelne Fachbereiche, die dann einfach ausgelagert sind, wo man mit externen Leuten zu tun hat. Mir als Hersteller sollte das eigentlich egal sein. Ich muss flexibel genug sein, um, je nachdem wie sich der Kunde selbst aufstellen möchte, mich da bestmöglich zu integrieren, weil am Ende muss der Kunde damit arbeiten. Und dementsprechend sollte es auch für den Kunden meiner Ansicht nach am besten passen vom Setup her. Ich glaube aber, dass IT-Dienstleister in Zukunft eine riesige Rolle spielen werden. Heute tun sie es in vielen Bereichen schon, aber das wird noch viel stärker werden im Krankenhaus-Kontext.
[00:28:39] Torsten Redlich: Jetzt haben wir einiges an Vernetzung Und gerade in Europa gibt es zum Beispiel die ENISA, das ist eine Agentur die sich speziell mit Cybersecurity und Data Privacy Fragen auseinandersetzt, auch Studien durchführt und beispielsweise jetzt auch dann darüber berichtet, dass immer mehr Medizingeräte verwendet Vielleicht angegriffen werden oder aus Fehlern irgendwie natürlich auch Möglichkeiten entstehen diese außer Betrieb zu nehmen, also Cybervorfälle dann auch verstärkt auf Medizintechnik niederschlägt. Welche Bedeutung hast du schon gesagt eingangs es muss sicher sein? Wo sind aus eurer Risikoanalyse auch immer wieder Parts vielleicht welche Technikbestandteile welchen Ansatz, wie guckt ihr auf dieses Thema und so die Gefährdungslage die dann ja bei immer vernetzteren Geräten von euch sicher mit betrachtet werden muss?
[00:29:28] Manuel Vogt: Also Sicherheit ist ein Thema, mit dem muss man sich auseinandersetzen. Wegschauen ist für mich absolut gar keine Option oder irgendwas unter den Tisch kehren. Das ist in der heutigen Welt einfach nicht mehr akzeptabel gerade in der IT-Welt. Bei uns, wir setzen sehr stark darauf, das kontinuierlich in unseren Prozess einzubinden. Klassisch Security per Design macht wahrscheinlich viele Firmen. Wir haben spezielle Ingenieure, deren Hauptaufgabe Hauptverantwortung ist, dass die Verantwortung klar geregelt ist. Wer kümmert sich in dem Produkt eigentlich um Sicherheit? Die haben Veto-Rechte, die können mitgestalten und nutzen die tatsächlich auch.
[00:30:00] Torsten Redlich: Welche speziellen Regularien schaut ihr euch an? Gibt Sicherheitsstandards die für Medizintechnik natürlich dann mehr zum Tragen kommen als für vielleicht andere IT-Elemente
[00:30:10] Manuel Vogt: Also Regularien sind tatsächlich immer ziemlich einfach, finde ich persönlich. Das ist immer angenehm. Man schaut, auf was achten Kunden. Gerade Medizingerätekontext ist das die 8001. Was immer wichtiger wird, sind auch Regulierungen Nachweise für Informationssicherheit wie ISO 27001, die schauen wir natürlich auch an. BSE C5 ist in Deutschland ein Teil, der auch immer mal wieder gefragt wird, gerade in Kombination mit Cloud-Anwendungen. Und dann gibt es natürlich je nach Region in den USA zum Beispiel die SOC 2. Also es gibt immer so leichte Ausprägungen. Ich persönlich finde es immer, wie gesagt, ganz angenehm weil es ist ein klarer Katalog, an dem man sich orientieren kann und es ist eigentlich einfach viel klarer um Kunden zu zeigen, wie machen wir was und auch Nachweise zu liefern, dass wir das einhalten, dass wir das ernst nehmen.
[00:30:59] Torsten Redlich: Dass hier auch Sicherheit und Innovation, neue Entwicklung von Protokollen, Kommunikationsstandards hervorhebt, sieht man an eurer Entwicklung rund um den Standard SDC. So ein Standard, der oder auch eine Standardfamilie, der die Vernetzung zwischen Medizingeräten auch verschiedener Geräte ja im Blick hat. Ihr seid sozusagen ja Miterfinder und gerade in solchen neuen Standards kann man natürlich state of the art nicht nur Kommunikationsstandards, sondern auch Sicherheit und ähnliches einbauen. Ist auch passiert, sieht man auch. Also super Fortschritte eigentlich und damit eine Möglichkeit Medizingeräte miteinander sprechen zu lassen Kann man den jetzt so einfach nachrüsten? Kann man den demnächst mit reingeben? Wir haben ja noch eine ganze Menge Geräte da draußen, die nicht originär auf SDC ausgerichtet sind.
[00:31:47] Manuel Vogt: Definitiv ist erstmal, SDC ist ein Meilenstein meiner Ansicht nach. Das Ziel muss sein aus Kundensicht, aus Anwendersicht, aus Arztsicht muss es egal sein, welche Marke auf meinem Produkt steht. Ich möchte, dass die Geräte miteinander sprechen können und dass sie effizient Informationen austauschen können. Dafür braucht man einfach so einen Standard wie SDC. Tatsächlich kann man nachrüsten, weil wir ja schon vor ein paar Fragen drüber gesprochen haben. Geräte sind sehr lange im Markt, das heißt man muss auch, auch Dräger macht sich natürlich im Kopf, wie kann ich Standards wie SDC nachrüsten. Da gibt es Bausteine, die sind ähnlich wie Edge Connectivity, findet man bestimmt auf unserer Homepage, da kann man sich ein bisschen besser informieren, aber ja, es ist erstmal Möglich und muss auch möglich sein.
[00:32:29] Torsten Redlich: Super Sache. Wer darüber noch mehr wissen möchte, wir notieren das gerne mit in unseren Infos die ihr dann auf unserer Webseite wo ihr die Folge seht die Podcast-Folge seht auch noch mit einsehen könnt. Ja, gehen wir noch einen Schritt weiter. Genau, SDC ist wichtig im ganzen Ausstatten eurer künftigen Kommunikationsstandards. Kann man sagen, welche Edge- oder Cloud-Connectivity-Produkte Plattformoptionen ihr heute schon einsetzt?
[00:32:57] Manuel Vogt: Ja, kann man. Wir hatten ja wie gesagt diese zwei Bereiche, klinisch und aus Service-Sicht getrieben. Bei uns im Bereich Service gibt es das Connectivity Package, findet man auf der Homepage. Ziel ist Fernwartung, Remote Service, Software Update möglichst einfach zu machen, immer mit dem Hintergedanken, das Gerät muss schnellstmöglich wieder funktionsbereit sein. Dann gibt es noch einen großen Bereich, der heißt bei uns klinische Datenanalysen. Das sind vor allem Cloud-Applikationen die zusätzlich zu den eigentlichen Funktionen des Medizingeräts extra Informationen liefert. Ein Beispiel ist Findet man auch auf unserer Homepage OR-Companion. Es geht in erster Linie darum, heute Dräger, eines der Hauptprodukte von Drägern sind NSC-Geräte. Häufig sind NSC-Geräte in einem OP immer ein NSC-Gerät. Das heißt, man kann natürlich auch umgekehrt wenn man die Informationen nutzt, auf Basis der Auslastung eines NSC-Geräts auch organisatorische Aufgabenabläufe verbessern, wie zum Beispiel die OP-Raumplanung. Und genau hierfür werden solche Cloud-Applikationen dann auch angeboten und verwendet, dass klinisches Personal, Ihren eigenen Prozess damit tunen können.
[00:34:02] Torsten Redlich: Welche Innovationen und Entwicklungen entstehen bei euch gerade, die dann solche Edge-Connectivity-Packs oder ähnliches Ja noch breiter einsetzbar machen, vielleicht noch leistungsfähiger an der ein oder anderen Stelle.
[00:34:14] Manuel Vogt: Die Hauptstrategie der wir nachrennen ist Make it Simple. Thema Einfachheit hatten wir heute schon ein paar Mal, das Produkt muss einfach so einfach wie möglich sein. Ein weiteres Thema, auf das wir sehr stark setzen, ist Standardisierung und Plattformunabhängigkeit. Gerade mit dem Hinblick, was machen wir eigentlich mal, wenn andere Plattformen gerade auch Cloud-Plattformen bereitstehen, nicht nur die großen amerikanischen, dass wir einfach möglichst einfach wechseln können. Und gerade wenn auch Kunden spezifische Wünsche haben, dann müssen wir einfach flexibel sein in der Zukunft. Und Standardisierung ist halt, Enorm wichtig ich möchte nicht einen bündel an produkten ins feld bringen zum kunden und jeder support prozess läuft irgendwie unterschiedlich das heißt eine hauptanforderung gerade aus serviceability sicht ist die standardisierung dass der prozess wie ich software updates mache wie ich security patches reinbringe wie ich auch hilfe bekomme falls ich irgendwie was ungewöhnliches feststelle der muss immer exakt gleich sein dass es schön einfach ist aus anwendersicht
[00:35:12] Torsten Redlich: Diese Schnelligkeit, diese Weiterentwicklung auch von Technologien trifft dann auch auf diese Frage der medizinischen Zulassungsrelevanz Ja, nein, kannst du uns da nochmal mitnehmen, ist bestimmt ein Alltagsthema, jede Funktion muss diskutiert werden, wo geht das ran, wo geht das rein und wird es dann träge weil es natürlich im Zulassungsprozess anders hergeht oder kann ich doch schneller agieren. Wie habt ihr da den besten Trade-off?
[00:35:34] Manuel Vogt: Man könnte sagen, klassisch Trennung der Funktion. Wenn man sich so eine Klinik anschaut, eine Klinik die heute ihr Office-Paket kauft um E-Mails von links nach rechts zu schicken, die hat auch kein spezielles Office. Die hat genau das gleiche Office-Paket wie jeder andere Mensch auch. Das ist ein Nicht-Medizin-Produkt und genauso versuchen wir auch uns immer wieder zu hinterfragen, Ist das tatsächlich ein Produkt, was medizinisch relevant ist und diesen medizinischen Zulassungsprozess erfüllen muss oder ist es tatsächlich eine Zusatztechnologie, die vor allem den Fokus hat, Sicherheit, Agilität und Schnelligkeit zu gewährleisten dass man die Medizingeräte besser schützen kann am Ende vom Tag
[00:36:13] Torsten Redlich: In Anbetracht dann der medizinischen Zulassung oder auch vor allen Dingen nicht und damit auch der Möglichkeit jetzt schnell hier und da schon neue Services zu etablieren, gerade in so Edge to Cloud, Edge Connectivity und Cloud-basierte Services, wo investiert ihr eure Kraft in die nächsten Jahre, wo seht ihr sehr große Chancen Lösungen zu etablieren?
[00:36:33] Manuel Vogt: Der größte Use Case, den ich für Edge Computing Plattformen sehe, ist tatsächlich der Betrieb von außen Ich höre das immer wieder von Kollegen, schöne Lösung habt ihr da, aber mein Kunde ist keine IT-Fachkraft, ich brauche was Einfacheres und genau hier sehe ich die Edge-Lösung. Wie man zu Hause heute seinen Router ansteckt, das kann quasi jedermann, kann einfach einen Router zugeschickt bekommen, den steckt man ein und bringt sich online. Genau das Gleiche müssen wir mit diesen Edge-Lösungen erreichen. Das ist sicherlich keine Lösung, die jeder Kunde von uns attraktiv findet. Gerade anfangs gesagt, größere Unikliniken, die sehr gute IT-Abteilung haben, für die ist das nichts, muss man sagen. Die haben aber andere Lösungen, die das dann dafür gewährleisten können. Aber es gibt halt einfach weltweit noch super viele kleine Kliniken und für die ist das die ideale Lösung.
[00:37:25] Torsten Redlich: Neue Betriebsmodelle letztlich, die du da vorschlägst fast schon habe ich das Gefühl. Ja in den nächsten Jahren Heterogenität in den Griff kriegen, hatten wir auch schon gerade. Neue Betriebsmodelle werden da wahrscheinlich helfen und IT-Dienstleister werden auch nicht so genug Leute haben, um die vor Ort zu schicken. Okay, das nehmen wir also mit in die nächsten Jahre. Aber lass doch noch mal ein bisschen weiter rausschauen. Wir selbst sind ja in so einem Forschungsumfeld, SEMECO in Dresden, da geht es immer um vernetzte Medizintechnik der Zukunft. Ja. Da höre ich immer, wir schauen alles an, was in 10 bis 15 Jahren denkbar irgendwie kommen könnte. Wie ist dein Blick auf mal auf 10 Jahre, auf 15 Jahre, wenn wir jetzt auch so Themen einordnen wie KI, ganz neu dabei, sicherlich auch noch nicht überall existent aber ist das was aus deiner Sicht? Was passiert eigentlich in 10 oder 15 Jahren?
[00:38:11] Manuel Vogt: Also ich glaube, im Bereich für uns als Medizingeräthersteller ist vor allem das Thema 6G wird sehr interessant, einfach nur aufgrund der deutlich verbesserten Ortung. Im medizinischen Alltag ist es super wichtig, auf Bett-Ebene genau Informationen zuweisen zu können. Das ist heute noch tatsächlich eine Schwierigkeit. 5G ist schon sehr gut, aber noch lange nicht ausreichend. Und genau da sehe ich vor allem den größten Vorteil in dieser Technologie, um zukünftig dass gerade diese datenbasierten Use Cases viel besser in den Klinikalltag passen. Beim Thema KI sehe ich vor allem so die größte Chance, Dokumentationsaufwände zu minimieren. Wenn man auf dem Meer unterwegs war, hat man auch sehr stark gesehen, viele haben mittlerweile wie so eine Art Sprachgeräte, ... die man dem Arzt sozusagen einfach umhängt. Er kann mit dem Patienten die Dinge besprechen und am Ende kommt quasi ein fertiger Arztbrief sozusagen daraus. Das ist halt eine super Arbeitserleichterung. Auch wenn ich so in meinem privaten Umfeld rumschau alle, die irgendwie Medizin studiert haben und jetzt irgendwie als Ärztin oder Arzt arbeiten, die berichten alle immer das Gleiche Ich habe mir nicht vorgestellt, dass ich so viel vor dem PC sitze. Ich habe eigentlich Medizin studiert, weil ich möchte nah am Menschen sein. Und dafür ist KI einfach brillant heutzutage schon. Die Cloud-Technologien selbst, die sehe ich selbst auch als Riesenchance Gut, wie gesagt, ich bin ja auch Fan davon. Aber es ist einfach eine super Möglichkeit, IT-Abteilungen gerade kleiner kliniken einfach zu entlasten.
[00:39:39] Torsten Redlich: Um diese neuen Möglichkeiten dann auch zu schöpfen, auch wenn man das sicher in der Medizintechnikbranche auch ein bisschen über längere Zeit sich anschauen muss. Welche größten Hürden siehst du, die man jetzt auch schon langsam anfangen darf zu bearbeiten, ne Ob es manchmal so Latenzfragen sind, gerade dann in Always Connected und wir müssen da remote rankommen. Regulierung höre ich auch ganz häufig, ist ein echt schwerwiegendes Thema, so. Akzeptanz hatten wir schon gerade, ne? Aber auch die Finanzierbarkeit von solchen Veränderungen, neuen Lösungen, sind das alles gleichbedeutende Dinge für dich oder kannst du die ein bisschen in Reihe schalten?
[00:40:12] Manuel Vogt: Also ich würde behaupten so die Akzeptanz ist erstmal das größte Thema, wo wir besser werden müssen. Es ist auch gleichzeitig wahrscheinlich das einfachste Thema, weil man braucht wenig externe Mittel. Das betrifft einen in erster Linie selbst, man muss sich selbst mehr mit dem Thema auseinandersetzen und Ja, man als Hersteller wir als Hersteller müssen auch viel mehr Vertrauen generieren bei unseren Kunden. Das Thema Latenz ist definitiv ein Problem, das ist aber sehr stark anwendungsfallabhängig Ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass eine Cloud-Technologie heutzutage schon in Einsatz kommt, wo ein Arzt irgendeine Kurve sehen muss, wenn er beim Patienten gerade irgendwas operiert. Da ist definitiv Latenz ein sehr wichtiges Thema. Da versuche ich, den Weg so kurz wie möglich zu halten. Aber wenn man mal in so einen Klinikalltag schaut, das sind halt auch wieder Edge Cases sozusagen. In den meisten Fällen ist die Latenz heute schon völlig ausreichend. Regulierung ist definitiv ein Problem, ist immer ein Problem. Regulierung hat vor allem die Schwierigkeit, dass man sich ja auch mit Behörden auseinandersetzen muss und das ist natürlich vorteilhaft, wenn eine Behörde moderner aufgestellt ist. Das ist aber keine wirkliche Einflussgröße, auf die wir als Hersteller einen wirklichen Einfluss hätten. Und Finanzierbarkeit, ich persönlich glaube nicht, dass wir da heute schon ein Problem haben. Meistens sind diese Technologien deutlich günstiger als das Gerät selbst und damit eigentlich sollte das Finanzierbarkeit meiner Meinung nach eher eine geringere Hürde sein.
[00:41:39] Torsten Redlich: Jetzt seid ihr, und du hast es gesagt, bei Dräger durchweg mit diesen Fragen der Vernetzung beschäftigt Ist das für euch als Hersteller auch im Blick auf so eine globale Wettbewerbslandschaft oder auch eine Fähigkeit von euch, international zu agieren? Ihr habt ja Produkte, ihr habt ja auch Wettbewerber schätze ich. Ist solche Edge-Connectivity, optimierten Dinge, neue Lösungen der Art, die wir gerade diskutiert haben, wie wichtig ist das an so einem Wettbewerberumfeld bei euch
[00:42:07] Manuel Vogt: Also man kann fairerweise nie einen Blick in die Zukunft werfen, das heißt man kann schwierig sagen, wie sich das auswirkt. Allerdings muss man sagen, wir haben einen riesen Vorteil Wir sind ein deutsches Unternehmen, wir sind europaansässig und die große Stärke am Digitalisierungsmarkt ist in Europa vor allem das Rechtssystem. Wir sind ein stabiles Rechtssystem, das weckt Vertrauen. Jeder, der bei uns irgendwie mit Informationsdunen hat, hätte ein viel besseres Gefühl, wenn seine Informationen bei einem deutschen Hersteller liegen als bei einem amerikanischen Großkonzern oder bei einem sogar vielleicht chinesen oder russischen Unternehmen. Das sehe ich als Riesenchance tatsächlich auch für uns als Branche, diesen Effekt zu nutzen und uns einen Wettbewerbsvorteil am Ende vom Tag zu verschaffen und das einfach nur aufgrund unseres Standorts am Ende vom Tag
[00:42:53] Torsten Redlich: Vielen Dank für diesen Einblick. Auch gerade glaube ich für mich gerade nochmal motivierend dieses Europa. Es passiert viel. Wir sind auch in Forschungsprojekten die durch die EU finanziert werden, wo man auch genau diese Kräfte, Deutschland, aber auch in Europa bündeln möchte. Vielleicht noch eine persönliche Frage, wenn du jetzt einen Wunsch offen hättest für die Vernetzung in 2035, also wir haben noch ein bisschen Zeit, du kannst auch noch ein bisschen daran arbeiten, was würdest du dir wünschen?
[00:43:22] Manuel Vogt: Persönlich auch so auf mich reflektiert, man ist ja als Hersteller oder auch Betreiber, meistens kommt man ja aus der Techie-Ecke. Deswegen würde ich mir tatsächlich sehr stark wünschen, dass der Fokus viel mehr auf UX-Design gelegt wird. Es ist wichtig, dass wir den Menschen in den Vordergrund setzen und nicht die fancy Technologie im Hintergrund Die ist nur Mittel zum Zweck. Das ist der Wunsch, den ich hoffe, die Hoffnung die ich habe, dass wir als Hersteller oder andere Hersteller auch und vor allem auch Betreiber diesen Wert viel mehr fokussieren und schätzen. Aus Nutzersicht erhoffe ich mir so ein bisschen oder würde ich mir wünschen, dass manchmal auch einfach ein bisschen mehr Mut da wäre, um auch mal einen größeren Schritt zu machen. Der Anfang ist immer der schwierigste. Die ersten Schritte tun immer am meisten weh muss man fair so sagen. Aber ich würde mir einfach so ein bisschen wünschen, dass da ein bisschen mehr Mut ist, um auch mal gleich einen größeren Schritt zu machen, vielleicht mal auch eine neue Technologie zu wagen. Zurückgerollt ist ja meistens schnell.
[00:44:15] Torsten Redlich: Ja, Manuel, vielen Dank für unser Gespräch heute. Ich hätte noch sehr viele weitere Fragen, gerade über so Praxisdetail zu diskutieren ist immer super spannend. Ich wünsche dir, aber auch euch als Team und bei Dräger eigentlich viel Spaß weil Und Hersteller und Produktentwicklungen verändern ja da draußen dann auch den Nutzen oder schieben neue Innovationen auch wirklich aktiv in den Markt. Von daher freue ich mich demnächst wieder mehr von dir zu hören und von euch zu hören. Sind noch Fragen offen geblieben zum Podcast zur Folge heute oder Inhalte unklar Habt ihr Anmerkungen oder Wünsche? Schreibt uns gerne an podcast@secunet.com. Abonniert natürlich gerne auch unseren Kanal. Vielen Dank Manuel für das Gespräch.
[00:44:53] Manuel Vogt: vielen Dank.