Bundespolizei

Smart Borders: Pilotprojekt zur Erprobung dauerhaft optimierter Grenzkontrollprozesse in Hinblick auf die Einführung eines EU-Ein-/Ausreiseregisters

Das Smart Borders Programm ist eine Initiative der EU-Kommission mit dem Ziel, effizientere Ein- und Ausreisen für Nicht-EU-Bürger zu ermöglichen. Die Schengen-Außengrenzen sollen mit einem Ein-/Ausreiseregister (Entry/Exit System, EES) intelligent werden, verbesserte Kontrollabläufe die Sicherheit und den Komfort erhöhen und vertrauenswürdige Vielreisende schneller die Grenze passieren können.

An den deutschen Pilotstandorten am Flughafen Frankfurt und dem Kreuzfahrt-Terminal in Rostock-Warnemünde wurden innerhalb des neunmonatigen EU-Pilotprojekts verschiedene technische Alternativen für die Aufnahme der biometrischen Daten von Reisenden getestet. Gleichzeitig wurden alle durch die Einführung eines Ein-/Ausreiseregisters resultierenden Prozessänderungen und deren Auswirkungen auf die gesamte Grenzkontrolle untersucht - Deutschland war damit der einzige EU-Mitgliedstaat, welcher die EES-spezifischen Kontrollprozesse vollständig Ende-zu-Ende erprobte und den Einfluss auf den geplanten Grenzkontrollprozess evaluierte. Das Pilotprojekt der EU-Kommission wurde formal im November 2015 beendet. Die deutschen Projektbeteiligten führen das Projekt national jedoch in weiteren Pilotierungsvarianten bis Mitte 2017 fort, um fundiertere Erkenntnisse über einen längeren Zeitraum zu gewinnen.


secunet begleitete die deutschen Projektbeteiligten, die Bundespolizei, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und das Bundesverwaltungsamt, im gesamten Projekt, unterstützte während der gesamten Aufbau- und Durchführungsphase, konzeptionierte und betreute die Prozesse, wertete Ergebnisse aus und lieferte die moderne Grenzkontrolltechnik: Bei den deutschen Installationen des Smart Borders Pilotprojekts sind unter anderem die secunet eID PKI Suite, eine Public Key Infrastruktur speziell für das Management hoheitlicher Dokumente, secunet bocoa, eine optimierte Grenzkontrollapplikation für die Abfertigung der Reisenden durch das Grenzkontrollpersonal, sowie das automatisierte Grenzkontrollsystem secunet easygate im Einsatz. Am Flughafen Frankfurt wird zudem der secunet easykiosk erprobt, ein Selbstbedienungs-Kioskterminal, an dem Reisende aus Drittstaaten selbstständig ihre persönlichen inkl. der biometrischen Daten erfassen, um so die Grenzkontrolle zu erleichtern und zu beschleunigen. Für die nachgelagerte Analyse und Qualitätsbewertung der im Rahmen des Piloten erfassten biometrischen Daten wird der secunet bioserver eingesetzt, der die biometrischen Merkmale an zentraler Stelle im EES auswertet.