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Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Risikobericht

Risikomanagementziele und -methoden
Das Risikomanagement der secunet Security Networks AG wird durch einen Risikoausschuss wahrgenommen. Dieser setzt sich aus dem Vorstand, dem COO (Chief Operating Officer) und dem CTO (Chief Technical Officer), dem Leiter des Bereichs Unternehmensstrategie, dem kaufmännischen Leiter und dem Leiter des Service- und Prozessmanagements zusammen und trifft sich zu regelmäßigen Sitzungen einmal im Quartal. Sämtliche Entwicklungen, die eine Gefahr für die Zielerreichung oder sogar den Fortbestand des Unternehmens darstellen könnten, werden vom Risikoausschuss intensiv analysiert, beobachtet und bewertet. Ziel ist es, möglichst frühzeitig Informationen über Risiken und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen zu erlangen, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig sollen auch im Rahmen des Planungs- und Controlling-Prozesses die bestehenden Chancen mit dem dann einhergehenden Ergebnispotenzial erkannt und genutzt werden.

In Vorbereitung der Sitzungen des Risikoausschusses findet jeweils eine umfassende Risikoinventur in allen Bereichen des Unternehmens statt. Nach einem Bottom-Up-Ansatz werden die Risiken identifiziert, aggregiert und nach ihrer Schadenhöhe und nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.

Die so erhobenen unternehmensspezifischen Risiken werden im Rahmen der Sitzungen des Risikoausschusses Top-Down erörtert und validiert. Eine Saldierung der Wirkungen von Risiken und Chancen erfolgt nicht. Bei der Betrachtung der Schadenwirkungen von Risiken wird auf eine Nettobetrachtung abgestellt, d. h. dass die Auswirkungen bereits getroffener Risikobegrenzungsmaßnahmen in die Bewertung eingerechnet werden. In Abhängigkeit des wahrscheinlichkeitsgewichteten Schadenwerts der Risiken (Risikowert) wird die weitere Behandlung der Risiken festgelegt. Diese reicht von einer reinen Dokumentation bei unkritischem Wert über die weitere Beobachtung (Monitoring) bis hin zur Notwendigkeit, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen (Warngrenze). Sofern die identifizierten Risiken quantifizierbar sind, werden die entsprechenden (stichtagsbezogenen) Risikowerte in das Berichtswesen aufgenommen.

Anschließend werden im Bedarfsfalle Vorschläge für Gegenmaßnahmen erarbeitet. Der Vorstand prüft diese Maßnahmen und setzt sie zeitnah um. Im Laufe des Geschäftsjahres 2015 wurden verschiedentlich Risiken identifiziert, die das Ergreifen von Maßnahmen erforderlich machten. Diese betrafen im Wesentlichen die Bereiche Vertrieb und Produktion. Das in diesen Fällen umgesetzte operative Schadenmanagement konnte in allen Fällen dazu beitragen, dass der entsprechende Risikowert deutlich unter die Warngrenze abgesenkt wurde.

Das Risikofrüherkennungs- und -managementsystem der secunet Security Networks AG wird laufend weiterentwickelt und optimiert.

Einzelrisiken
Die Risiken für den secunet-Konzern und somit auch für die secunet Security Networks AG als Konzernobergesellschaft konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Bereiche Vertrieb (Akquisition von Aufträgen) und Produktion (Bearbeitung von Projekten).

Wettbewerbsumfeld
Ein großer Teil der Umsätze des secunet-Konzerns wird mit der SINA-Produktfamilie erwirtschaftet. Bei diesen Produkten besitzt secunet auf mehreren Ebenen Wettbewerbsvorteile. Diese sind zum
einen durch technologischen Vorsprung und zum anderen durch den Umfang der Zulassungen bzw. Zertifizierungen bedingt, die für die einzelnen Produkte erreicht wurden. Risiken, die diesen Wettbewerbsvorsprung gefährden, werden regelmäßig begutachtet, sind aber nicht erkennbar.

Über Risiken, welche die technologische Marktführerschaft von secunet gefährden könnten, informiert sich der Risikoausschuss regelmäßig. Hierzu wird der Stand der technischen Entwicklung der Produkte von secunet überprüft und von sachverständigen Mitarbeitern die Einschätzung abgefragt, ob und inwiefern der technologische Vorsprung der Gesellschaft durch Entwicklungen von Wettbewerbern gefährdet ist. Gegebenenfalls werden Maßnahmen zur Risikominderung angeregt. Diese können beispielsweise in beschleunigten Entwicklungszyklen oder in der Aufnahme neuer Einsatzszenarien für die secunet-Lösungen bestehen.

Zudem ergeben sich im nationalen Wettbewerbsumfeld auch dort Risiken, wo Konkurrenzunternehmen die privilegierte Marktposition von secunet im Geschäft mit deutschen Regierungsstellen in Angriff nehmen. In diesem Fall ist secunet einem weitaus stärkeren Wettbewerbsdruck in dieser Zielgruppe ausgesetzt. Auch diese Risiken werden regelmäßig im Risikoausschuss und im Vorstand begutachtet und bewertet.

Insbesondere in der jüngeren Vergangenheit hat sich das Wettbewerbsumfeld der secunet durch eine wachsende Konzentration konsolidiert. Zudem sind neue Wettbewerber entstanden. Aus einem vormals auf viele, auch kleinere Anbieter zersplitterten Markt hat sich eine Struktur mit größeren Marktteilnehmern entwickelt. Im Rahmen des laufenden Risikomanagements sowie in den strategischen Überlegungen der secunet werden diese Tendenzen aufmerksam verfolgt und deren mögliche Konsequenzen bewertet.

Insgesamt werden die genannten Risiken aus dem Wettbewerbsumfeld zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts als beherrschbar und damit unkritisch angesehen.

Als Folge der zunehmenden Aufmerksamkeit für das Thema ITSicherheit wird mit einer steigenden Nachfrage nach Produkten und Lösungen im Bereich IT-Sicherheit gerechnet. Damit gewinnt der Markt für IT-Sicherheit auch für Anbieter, die dort bisher nicht aktiv waren, an Attraktivität. Diese potenziellen neuen Anbieter steigern die Wettbewerbsintensität und könnten die Marktposition von secunet gefährden – dies trifft besonders in der privaten Wirtschaft (Business Sector) zu. Hier treten insbesondere zertifizierte Berater, IT-Firmen und die Beratungsbereiche der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auf. Auch weiterhin gilt die Einschätzung, dass das Risiko erhöhter Wettbewerbsintensität und die Chance des Marktwachstums infolge steigenden Bewusstseins in der Öffentlichkeit sich die Waage halten.

Kundenstruktur und Vertrieb

Der Risikofaktor Kundenstruktur wird darin gesehen, dass secunet noch immer den Hauptanteil seines Geschäfts mit Behörden und Organisationen aus dem öffentlichen Sektor abwickelt. Der Verlust von Teilen der Nachfrage dieser Kundengruppe kann sich negativ auf Umsatz und Ergebnis auswirken. Dieses Risiko wurde im Risikoausschuss ausführlich diskutiert. IT-Investitionen und darunter besonders die Investitionen in IT-Sicherheit gelten als besonders wichtig für die reibungslose Erfüllung staatlicher Aufgaben, zumal in einer immer stärker durch Informationstechnologie geprägten Welt. Daher wird das Risiko des Ausfalls staatlicher Nachfrage zwar laufend begutachtet, derzeit aber als vergleichsweise gering angesehen. Gleichwohl sind zeitweilige Verschiebungen von erwarteten Beauftragungen möglich, zum Beispiel in Zeiten der sogenannten vorläufigen Haushaltsführung, in denen die Bundesbehörden lediglich in beschränktem Umfang Ausgaben tätigen können. Hierdurch kann innerhalb eines Jahres eine deutliche Verschiebung der unterjährigen Umsatzerlöse entstehen, Dienstleistungsumsätze können sogar vollständig ausfallen, da diese bei Vollauslastung der Kapazitäten nicht nachgeholt werden können. Ebenfalls risikoreich in Bezug auf die Vorhersehbarkeit von Umsatzerlösen sind die oftmals langwierigen Prozesse der Entscheidungsbildung bei größeren Projekten. Als Maßnahmen zur Risikobegrenzung finden hier beispielsweise der Einsatz von Key Account Managern im Vertrieb sowie die regelmäßige, partnerschaftliche Abstimmung mit Großkunden statt.

Die Tatsache, dass ein bedeutender Teil der Beauftragungen der öffentlichen Hand auf der Grundlage von Rahmenverträgen erfolgt, kann sich im Falle der Neuausschreibung dieser Rahmenverträge als
Risiko darstellen. Das entsprechende Vertriebsrisiko wird durch die operativen Einheiten der secunet beachtet und über risikomindernde Maßnahmen auf ein vertretbares Niveau reduziert.

Um mittelfristig auf das eventuelle Risiko eines Nachfragerückgangs vonseiten der staatlichen Kunden besser reagieren zu können bzw. um den daraus entstehenden Umsatz- und Ergebnisrückgang zu
reduzieren und zu kompensieren, wird secunet auch weiterhin intensiv den Ausbau seiner Aktivitäten bei der Zielgruppe der privaten Wirtschaft vorantreiben.

Ein weiteres Risiko kann darin gesehen werden, dass ein großer Teil der Umsatzerlöse sich auf einige wenige öffentliche Bedarfsträger und Unternehmen konzentriert. Fällt einer dieser größeren Kunden
auch nur kurzfristig aus und verschieben sich entsprechend erwartete Beauftragungen, kann zumindest die Erreichung von Jahreszielen für secunet gefährdet sein. Auch hier kann der Einsatz von Key Account Managern im Vertrieb zur Risikominderung hilfreich sein: Er ermöglicht über den engen Kontakt zum Kunden eine rechtzeitige Reaktion auf Veränderungen der Nachfrage.

Zudem wird es als Risiko für das weitere Wachstum von secunet angesehen, dass die Geschäftsergebnisse noch immer stark durch die Nachfrage aus dem nationalen Umfeld beeinflusst werden. Daher stehen auch weiterhin der Ausbau eines leistungsfähigen internationalen Vertriebs, die Erschließung neuer Märkte und die Gewinnung weiterer Kunden im Ausland mit im Fokus der Anstrengungen für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft.

Produktentwicklungsrisiken
Zur technologischen Weiterentwicklung der SINA-Produktfamilie werden fortlaufend verschiedene Projekte durchgeführt. Einige davon haben ein durchaus bedeutendes Volumen. Insofern ist die Betrachtung von Risiken aus solchen Entwicklungsprojekten für secunet begründet.

Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte, die sich dann am Markt nicht bewähren, sind für secunet bisher von untergeordneter Bedeutung. Die IT-Hochsicherheit orientiert sich stark an den Kundenbedürfnissen, Produkte werden grundsätzlich nicht ohne gezielte Anforderung konzipiert. Die meisten Entwicklungen von secunet sind auftragsinduziert und werden entsprechend durch die bestellenden Kunden finanziert. Dies betrifft weitgehend die SINA-Produktfamilie aus dem Bereich Hochsicherheit. Auch im Bereich Biometrie und hoheitliche Dokumente sind die Produktinnovationen wie die biometrische Middleware secunet biomiddle oder das Golden Reader Tool platinum edition aus Fragestellungen im Rahmen der Beratungstätigkeit entstanden. Entwicklungsrisiken bestehen daher nicht mit Bezug auf eine eventuell ausfallende Nachfrage.

Mögliche Gewährleistungsansprüche werden über die Bildung einer entsprechenden Risikovorsorge berücksichtigt.

Das größte Risiko bei Entwicklungsprojekten besteht in der Unterschätzung des notwendigen Zeitbedarfs bis zur Abnahmereife neuer Lösungen. Dadurch können Zeit- und Personalaufwände entstehen, welche die Profitabilität des Projekts beschränken. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, setzt secunet an verschiedenen Stellen umfassende Projektplanungs- und Kontrollmechanismen verbunden mit einer dezidierten Berichtslinie ein. Dieser Teil der Risikoanalyse und des Risikomanagements deckt sich mit den Aktivitäten, die sich auf Großprojekte beziehen. Für den Bereich der Entwicklungsprojekte wird das Risiko zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts als gering eingestuft.

Großprojekte
secunet ist vornehmlich im Projektgeschäft tätig: Viele Aufträge betreffen individuell gestaltete Infrastrukturen und Lösungen. IT-Sicherheitsinfrastrukturen sind zudem oftmals mit einem großen
Investitionsvolumen verbunden. Zwei Hauptrisiken bestehen bei solchen Großprojekten: das Vertriebsrisiko und das Projektmanagementrisiko. Hinzu kommen spezielle Risiken bei sehr lang laufenden Großprojekten.

Das Vertriebsrisiko ergibt sich aus dem aufwändigen, oftmals langwierigen Ausschreibungs- und Entscheidungsprozedere beim Kunden. Dadurch ist die Planbarkeit von Umsätzen stark eingeschränkt, entsprechend hoch ist die potenzielle Volatilität im Geschäft von secunet. Das Vertriebsrisiko wird fortlaufend im Rahmen des Risikomanagements sowie den laufenden Vorstandssitzungen überprüft, nötigenfalls wird mit adäquaten Maßnahmen gegengesteuert. Diese
Maßnahmen zur Reduktion des Vertriebsrisikos bestehen ebenfalls oftmals darin, einen engen Kontakt und damit eine laufende Abstimmung mit dem Kunden, zum Beispiel über den Einsatz von dedizierten
Key Account Managern, zu suchen.

Das Projektmanagementrisiko entsteht nach der Beauftragung von Großprojekten: Allein aufgrund ihrer Dimension sind diese in der Umsetzung durch vielfältige Unwägbarkeiten gekennzeichnet. Das Risiko besteht dann beispielsweise in der Nichteinhaltung von Terminplänen und von Projektbudgets. Diesen Risiken trägt secunet durch ein umfassendes Projektmanagement Rechnung, aus dem regelmäßig Steuerungsberichte an Projektleitung, Geschäftsbereichsleitung und Vorstand erzeugt werden. Die Risiken aus Großprojekten werden – wie auch die Entwicklungsrisiken – über umfassende Projektplanungs- und Kontrollmechanismen verbunden mit einem risikoorientierten Berichtswesen fortlaufend überwacht. Bei Abweichungen von den eingestellten Sollgrößen werden unmittelbar Maßnahmen zur Risikominderung beschlossen und umgesetzt. Diese können in der Bereitstellung von zusätzlichen Kapazitäten für die Bearbeitung des Projekts bestehen sowie in der Erörterung von Abweichungen mit den Kunden, um deren Erwartungshaltung mit den geänderten Rahmenbedingungen in Übereinstimmung zu bringen.

Vor dem Hintergrund dieses umfangreichen Projektmanagements und -controllings wird das Großprojekte-Risiko zum Berichtsstichtag als gering eingeschätzt.

In sehr lang laufenden Projekten, die sich über Zeiträume von mehr als fünf Jahren erstrecken, können zudem Risiken entstehen, weil beispielsweise die dort eingesetzten Lösungen an das Ende ihrer technologischen Lebensdauer stoßen (Update-Probleme, Probleme mit veralteter Technologie). Auch können beispielsweise Lieferanten, die über die Dauer von solchen Projekten vom Markt verschwinden, ein Wiederbeschaffungsrisiko erzeugen. Diesen Risiken begegnet secunet durch ein strenges Risikomonitoring durch die Projektleitung und durch das rechtzeitige Ergreifen von Maßnahmen. Diese können beispielsweise in der Sicherung von Rechten an als kritisch angesehenen
Lösungen bestehen sowie in der bilanziellen Vorsorge über Rückstellungen.

Chancen

Verschiedene Treiber wirken sich positiv auf das zukünftige Wachstum von secunet aus:

Wachstum über zunehmende Sensibilisierung

Die zunehmende Sensibilisierung für Fragen der IT-Sicherheit der letzten Jahre wurde durch die Enthüllungen über Abhöraffären, die im Laufe der letzten Jahre veröffentlicht wurden, medial verstärkt. Untersuchungen zur mittel- bis langfristigen Einschätzung von Risiken bei Unternehmen und Entscheidern ergeben zudem, dass Cyber Security eine deutlich steigende Bedeutung zugemessen wird. Hieraus kann sich ein positiver Trend für die Nachfrage nach hochwertigen und vertrauenswürdigen Lösungen „Made in Germany“ ergeben. Dies betrifft sowohl Behörden, die ihre bisherigen Anstrengungen um Sicherheit der IT-Systeme und -Infrastrukturen ausweiten, als auch Unternehmen, die dem konkret gewordenen Risiko der Wirtschaftsspionage entsprechende Schutzmaßnahmen entgegensetzen. Hinzu kommen verstärkt Betreiber kritischer Infrastrukturen, für die IT-Sicherheit immer wichtiger wird. Durch entsprechende vertriebliche Aktivitäten im Behörden- und Unternehmensbereich zielt secunet darauf, an dieser positiven Nachfrageentwicklung zu partizipieren.

Das zunehmende Interesse an IT-Sicherheit, auch getrieben durch mediale Aufmerksamkeit, und die in der Folge wachsende Nachfrage zieht auch einen zunehmenden Wettbewerb nach sich. Dieser ist bei der Bewertung der Chancen mit zu berücksichtigen.

Wachstum über zunehmende Regulierung

Die deutsche Bundesregierung will den Schutz kritischer Infrastrukturen wie Energie- und Telekommunikationsnetze sowie von IT-Systemen erhöhen. Sie hat dazu im Juli 2015 das IT-Sicherheitsgesetz erlassen. Wachstumschancen ergeben sich daraus auf verschiedenen Ebenen:

  • Das Gesetz wird die Betreiber kritischer Infrastrukturen, also von Einrichtungen, die für das Gemeinwesen von zentraler Bedeutung sind, wie zum Beispiel die Energieversorgung, besonders betreffen. Sie sollen in Zukunft spezifische Anforderungen an die IT-Sicherheit erfüllen. Hieraus entsteht potenzielle Nachfrage nach Umsetzungskonzepten für diese Anforderungen.
  • Des Weiteren baut der Gesetzesentwurf die Rolle des BSI weiter aus und trägt seiner gewachsenen Bedeutung als zentrale Stelle für die IT-Sicherheit Rechnung. Unter anderem soll das BSI die Befugnis erhalten, auf dem Markt befindliche IT-Produkte und -Systeme im Hinblick auf ihre IT-Sicherheit zu prüfen, zu bewerten und die Ergebnisse bei Bedarf zu veröffentlichen. Hieraus könnten sich positive Impulse auf das Produktgeschäft ergeben.

Wachstum über neue Märkte
IT-Sicherheitslösungen „Made in Germany“ erfreuen sich weltweit aufgrund ihrer Qualität und Vertrauenswürdigkeit eines guten Rufes. Die internationale Nachfrage nach entsprechenden hochwertigen Lösungen, wie sie auch secunet anbietet, wächst. Unter dem Eindruck der sogenannten NSA-Abhöraffäre dürfte die Nachfrage noch deutlichere Unterschiede nach Herstellerländern machen, von denen auch secunet profitiert. Hinzu kommen Zulassungen von secunet-Produkten für den Einsatz im internationalen Kontext, beispielsweise bei der EU und der NATO.

Der Ausbau der Auslandsaktivitäten über den secunet-eigenen Vertrieb sowie über lokale Multiplikatoren soll dazu beitragen, diese Potenziale zu heben.

Wachstum durch Zukäufe
Neben dem organischen Wachstum auf Inlands- wie Auslandsmärkten verfolgt secunet seit Jahren das Ziel, über M & A-Aktivitäten weiteres Wachstum herbeizuführen. Vielversprechend ist der
Zuwachs im Produktbereich über den Erwerb von entsprechenden Lösungsanbietern. Der Markt für Unternehmen mit hochwertigen, zugelassenen IT-Sicherheitslösungen für die Bearbeitung von
Verschlusssachen, auf dem secunet tätig ist, ist in viele kleine bis mittlere Anbieter zersplittert: Der Prozess der Identifizierung erfolgsversprechender Targets ist entsprechend aufwendig.

Gesamtbild aus Risiken und Chancen

Eine zusammenfassende Betrachtung der Chancen und Risiken, welche die weitere Entwicklung des secunet-Konzerns beeinflussen könnte, führt zu einer insgesamt zuversichtlichen Einschätzung.

Die Beurteilung hat ergeben, dass die Risiken zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts insgesamt abgrenzbar und beherrschbar sind und die identifizierten Risiken einzeln und in ihrer Gesamtheit keine den Fortbestand des Unternehmens gefährdenden Risiken im Hinblick auf Illiquidität oder Überschuldung im Berichtszeitraum von mindestens einem Jahr darstellen. Im operativen Management des Konzerns werden durchgängig Maßnahmen ergriffen, die eine Steigerung der Risikoposition verhindern sollen. Zugleich wird mit einer Vielzahl von Aktivitäten die Nutzung der beschriebenen Chancen vorangetrieben. Zum Bilanzstichtag liegen keine wesentlichen Risiken vor.

Die Darstellung und Würdigung der Risiken und Chancen gilt analog für die secunet Security Networks AG.

Prognosebericht

Die Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2016 stimmen optimistisch:

  • Für den Inlandsmarkt rechnen wir auch weiterhin mit einem moderatenWachstum der Nachfrage. Dies betrifft sowohl den Public Sector, also das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern, als auch den Business Sector, der Unternehmen der privaten Wirtschaft bedient.
  • Der Auslandsmarkt birgt signifikante Wachstumspotenziale: Um diese zu heben ist secunet prinzipiell gut aufgestellt. Die im internationalen (Direkt-)Vertrieb tätigen Mitarbeiter können sich auf eine mehrjährige Erfahrung im Unternehmen und im Umgang mit internationalen Kunden stützen.
  • Im Laufe des letzten Jahres hat secunet die Zahl seiner produktiven Mitarbeiter erneut gesteigert und kann somit steigende Nachfrage und hohe Kapazitätsauslastung in gute Geschäftsergebnisse übersetzen.
  • Die Produkte und Lösungen von secunet haben einen ausgezeichneten Ruf und erfreuen sich einer wachsenden Nachfrage aus dem In- und Ausland.


Gleichwohl bestehen mit Blick auf das kommende Jahr auch Risiken:

  • secunet ist weiterhin stark abhängig von der Beschaffungsaktivität der deutschen Bundesbehörden. Auswirkungen, die aus einer sich verändernden Haushaltspolitik herrühren, können derzeit noch nicht eingeschätzt werden. Eine negative Folge für secunet könnte mitunter die Verschiebung oder Streichung von geplanten Projekten sein.
  • Das Projektgeschäft birgt ebenso viele Chancen wie Risiken: Der Umfang der Investitionsentscheidung bei Großprojekten, zumal wenn diese in einen politischen Prozess eingebunden sind, kann den Eintritt erwarteter Beschaffungen deutlich verzögern. Außerdem bergen laufende Großprojekte auch immer das Risiko vorab nicht kalkulierbarer Verzögerungen oder Budgetüberschreitungen.
  • Die Aufmerksamkeit, die sich auf IT-Sicherheit als Thema richtet, schürt einerseits die Erwartung steigender Nachfrage. Davon angezogen wird allerdings auch ein zunehmender Wettbewerb, dessen Auswirkungen bisher noch nicht absehbar sind.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts ist die Lage der Gesellschaft und des Konzerns aus der Sicht der Unternehmensleitung gut:

  • Die Gesellschaft steht wirtschaftlich und finanziell gut da: Das bisherige Wachstum wurde ohne Einbußen in der Profitabilität erreicht, es bestehen keine Kredite, und der Bestand an liquiden Mitteln ist hoch.
  • secunet verfügt über leistungsfähige, motivierte und ausgezeichnet qualifizierte Mitarbeiter – damit ist eine hervorragende Grundlage an Know-how gegeben.
  • Das bestehende Produkt- und Leistungsportfolio der Gesellschaft hat sich im Wettbewerb gut bewährt und wird fortlaufend in enger Abstimmung mit den Kunden und ihren Bedürfnissen ausgeweitet.
  • Das Unternehmen ist als Lieferant von hochwertiger und vertrauenswürdiger IT-Sicherheit für höchste Ansprüche anerkannt und hat daher eine stabile und zuverlässige (Bestands-)Kundenstruktur.
  • Der Markt für IT-Sicherheit wächst; aufgrund der dynamischen technologischen Entwicklung in der IT entstehen fortlaufend neue Anwendungen und Bedarfe – hier bieten sich große Chancen, auch und gerade auf dem Gebiet der IT-Sicherheit. secunet wird diese Nachfrage auch in Zukunft mit optimierten und neuen Dienstleistungen, Produkten und Lösungen gut befriedigen können.

Unsere ausländischen Tochtergesellschaften secunet SwissIT AG in der Schweiz und secunet s. r. o. in der Tschechischen Republik haben den operativen Geschäftsbetrieb eingestellt und befinden sich in Liquidation. Daher bezieht sich die Prognose für das kommende Geschäftsjahr sowohl auf die secunet Security Networks AG als auch auf den secunet-Konzern.

Der secunet-Konzern ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts gut aufgestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind Umsatzerlöse und EBIT erneut kräftig gestiegen, in der Folge ist das Jahr 2015 mit hervorragendem Ergebnis abgeschlossen worden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres durch Einmaleffekte positiv beeinflusst worden ist, die sich aus der kurzfristigen Beschaffung von Behörden für deren IT-Infrastrukturen ergeben haben und ein Umsatzvolumen von rund 5 Mio. Euro ausmachten. Für das Jahr 2016 sind derartige Sondereffekte nicht sichtbar. Ausgehend von einer um diese Sondereffekte bereinigten Basis erwartet der Vorstand der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2016 Umsatzerlöse in der gleichen Größenordnung bei einer EBIT-Marge in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

 

 

Dr. Kay Rathke

Leiter Investor Relations

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